Startseite

Es war einmal...

the_swiss_1.gif

Es war einmal, vor langer Zeit, lange Zeit bevor das Wort existierte, ein wunderschönes, weisses Symbol auf feuerrotem Grund.

Fortsetzung "Es war einmal..." »

Der Wonnemonat

the_swiss_2.gif

Tage und Nächte vergingen. Wochen und Monate folgten und hinterliessen abwechslungsreiche Jahreszeiten:

Fortsetzung "Der Wonnemonat" »

Die Spannung steigt

the_swiss_3.gif
Der Frühling ist auf Besuch. Er haucht die Landschaft in ein kühles Blau.

Fortsetzung "Die Spannung steigt" »

Die Bewegung

the_swiss_4.gif
Das Licht ändert seine Farbton, der Wind unterbricht seine Arbeit.

Fortsetzung "Die Bewegung" »

Das erste Wunder

the_swiss_5.gif
Die Sonne legt ihre rötliche Pracht über die Landschaft aus.

Fortsetzung "Das erste Wunder" »

Der Tag danach

the_swiss_6.gif

Trotzdem, es möchte mehr. Mit Händen alleine kann es nicht weit kommen.

Fortsetzung "Der Tag danach" »

Mit Kopf und Herz

the_swiss_7.gif
Das Geschöpf erwacht früh und erwartungsvoll.

Fortsetzung "Mit Kopf und Herz" »

Verblüffende Begegnung

the_swiss_8.gif
Der achte Tag fängt harmlos an

Fortsetzung "Verblüffende Begegnung" »

Das Zuhause

the_swiss_9.gif
Die Neugier wuchs und wuchs.

Fortsetzung "Das Zuhause" »

Die Vorahnung

the_swiss_10.gif
Das Aufwachen ist wie immer ein Vergnügen.

Fortsetzung "Die Vorahnung" »

Tierische Freude

the_swiss_12.gif

Heute geht unser Genosse in die Richtung
der aufgehenden Sonne.

Fortsetzung "Tierische Freude" »

Der erste Tanz

the_swiss_11.gif

Zum "Zmorge" gibt es Käse und frische Milch. Das will er ab jetzt zur Tradition machen.

Fortsetzung "Der erste Tanz" »

Süsse Früchtchen

the_swiss_22.gif
Jeder Tag brachte etwas Neues.

Fortsetzung "Süsse Früchtchen" »

Der Tüftler

the_swiss_21.gif

Er hat nicht übertrieben, als er diesen Ort sein Paradies henannt hat.

Fortsetzung "Der Tüftler" »

Der Glückspilz

the_swiss_23.jpg

Heute, nach einem weiteren erlebnisreichen Tag, wird ihm bewusst, was für ein Glückspilz er ist.

Fortsetzung "Der Glückspilz" »

Die Daseinsfreude

the_swiss_39.jpg

Sein Haus steht auf Fels.

Fortsetzung "Die Daseinsfreude" »

In den Lüften

the_swiss_26.jpg

In diesem Traum liegt er in der Wiese, die an sein Haus grenzt.

Fortsetzung "In den Lüften" »

Geistesblitze

the_swiss_107.jpg

Dass ihm solche Namen mit Leichtigkeit einfallen, überrascht ihn immer wieder.

Fortsetzung "Geistesblitze" »

Der Flaggenwerfer

the_swiss_19.jpg

Er ist stoltz auf sich.

Fortsetzung "Der Flaggenwerfer" »

Lust auf Abendluft

the_swiss_89.jpg

Sepp wandert über die Matten und geniesst die Stimmung.

Fortsetzung "Lust auf Abendluft" »

Schneegestöber

the_swiss_30.jpg

Es ist der Vollmond, der in dieser Nacht das Licht zum Schauspiel spendet.

Fortsetzung "Schneegestöber" »

Im Rampenlicht

the_swiss_29.jpg

Schneeflocken und deren Reflexe verzaubern das Bühnenbild.

Fortsetzung "Im Rampenlicht" »

Die Oskar-Nacht

the_swiss_32.jpg

«Und der Oskar für die beste Hauptrolle . . .

Fortsetzung "Die Oskar-Nacht" »

Der Fund

the_swiss_16.jpg

Sepp hat heute kein Programm.

Fortsetzung "Der Fund" »

Sepp an der Winter-Olympiade

the_swiss_13.jpg

Sepp hört den Wecker wieder einmal nicht.

Fortsetzung "Sepp an der Winter-Olympiade" »

Auch nur ein Mensch

the_swiss_65.jpg

Sepp hat Post bekommen.

Jetzt sitzt er vor der Haustür und öffnet den Briefumschlag. Der Hirsch steht am Waldrand. Sepp liest. Der Hirsch lässt den Blick in die Ferne schweifen. Sepp schluckt. «Studio Leutschenbach», murmelt er. Der Hirsch ahnt etwas. So kennt er den Sepp nicht.

Fortsetzung "Auch nur ein Mensch" »

Mit Gefühl und Verstand

the_swiss_108.jpg

Sepp denkt über das Denken nach.

«Ich denke, also bin ich», sagt er. «Wer hat das schon wieder gesagt?», überlegt er. »Habe ich jetzt gerade gedacht?» fragt er sich. «Ja, dann bin ich.»

Fortsetzung "Mit Gefühl und Verstand" »

Hallo New York

Statue_of_Liberty.jpg

Sepp will endlich einmal eine Weltstadt erkunden.

Die Maschine landet pünktlich am JFK Airport. Der Zollbeamte lässt ihn ohne Fragen passieren. Sepp eilt zum Ausgang, wo die Taxis stehen, um rasch in die City zu gelangen. Sein Magen knurrt. Er hat Lust auf italienische Küche.

Fortsetzung "Hallo New York" »

Eine neue Leidenschaft

the_swiss_15.jpg

Die Musik hatte ihn gepackt. Er will mehr davon.

Sami erzählt ihm von den englischen Rock Bands. Das sei Musik, die den Saal zum Dampfen und die Bühne zum Vibrieren bringe. Sami ist ein wandelndes Musiklexikon. Er zählt exotische Namen auf, wie Pink Floyd und verdreht dabei die Augen. Er schwärmt von Satchmo, dem frühen Latino-Wunder Santana und von Jennifer Lopez. Mahalia Jackson nennt er eine Wucht von einer Frau.

Fortsetzung "Eine neue Leidenschaft" »

Die Falle in Casa Blanca

casa_blanca_1.jpg

Sepp wirft den Wecker aus dem Fenster.

Er fällt nochmals in einen tiefen Schlaf. Caruso weckt ihn mit einem sanften Kitzeln. Sepp steht auf. Er weiss, in einer Stunde muss er in Casa Blanca sein.

Fortsetzung "Die Falle in Casa Blanca" »

Das Donnerwetter

the_swiss_44.jpg

Die Natur öffnet das Wetterbuch auf Seite 24

Die Sonne hat sich noch nicht blicken lassen, ihr sind ein paar müde Wolken im Weg, die sein heutiges Ziel verdecken. Den Weg dorthin hat er jedoch in Gedanken viele Male begangen. Er fühlt sich gut und istr bereit, loszuziehen.

Fortsetzung "Das Donnerwetter" »

Die Taufpaten

the_swiss_40.jpg

Dieses Dreigestirn der Alpen weckt seine Abenteuerlust.

Er hat sie zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten studiert. Jeder dieser Gipfel zeigt einen unverkennbaren Charakter. Einladend im Sommer, abweisend und unberechenbar in den kalten Monaten.

Fortsetzung "Die Taufpaten" »

Der Namenstag

the-swiss_54.jpg

Caruso wird langsam ungeduldig.

Er sitzt schon eine Weile auf der Unterlippe des schlafenden Genossen und beobachtet ihn scharf. Zwischendurch steckt er seine Fühler in dessen Nasenlöcher, um ihn aufzuwecken. «Hat der einen Schlaf!» Dann scharrt er mit den Hinterbeinen. Nichts wirkt.

Fortsetzung "Der Namenstag" »

Der Kuckucks-Ruf

the_swiss_14.jpg

Er ist grad im Begriff, sich in einen neuen
Traum einzufädeln, da passiert es.

Sepp liegt auf einem gefällten Baumstamm. Plötzlich hört er ein Geräusch, setzt sich auf und schaut auf seine Armbanduhr. «Was soll denn das?» lacht er, «die hab ich ja noch gar nicht erfunden.»

Fortsetzung "Der Kuckucks-Ruf" »

Die Erfindung

the_swiss_128.jpg

Im Kopf rumort es.

Der Kuckuck hat sich in seinem Kopf eingenistet und schaut wissbegierig um sich. Auf den ersten Blick sieht es nach Chaos aus, beim längeren Verweilen jedoch bemerkt er, dass da eine andere Ordnung herrschte als er es gewohnt ist.

In diesem Kopf schmorten viele Ideen, über die er nicht sprechen konnte, aus Respekt, aus Gründen des Copyrights und weil er hier nicht hinausgeworfen werden wollte. Aber er musste anerkennen, dieser Genosse hatte Talent.

«Habe ich einen Vogel?» fragt sich Sepp Dieser Kuckuck geht mir nicht mehr aus dem Kopf. «Nun gut, wenn das so sein soll, lassen wir es halt zu.« Er entschliesst sich für ein entspannendes Bad. Im warmen Wasser liegend, schliesst er die Augen und lauscht den Geräuschen um sich herum.

«Heureka, ich hab's!» ruft er aus. Beinahe wäre er abgetaucht. Er erhebt sich und rennt pudelnass, mit dem Handtuch um die Hüften, hinter das Haus. Hier sucht er sich ein paar Hölzer aus, nimmt ein paar scharfe Steine und das Harz vom Wald mit ins Haus.

Der Vogel in seinem Kopf reibt sich die Hände. Sein Name ist Nicolas. Warum, wusste damals noch niemand.

«Ich werde der Welt etwas Einmaliges schenken"» murmelt Sepp. Er arbeitet bis tief in die Nacht. Nicolas sieht, dass da etwas wichtiges entsteht und ist zufrieden. Er denkt schon ans Marketing, eine zweijährige Garantie, Fernsehwerbung und spannende Events.

Es ist Mitternacht. Die Tiere vor dem Haus heben den Kopf und lauschen. Sie hören den Kuckuck rufen. «Um diese Zeit? Und das zwölf mal hintereinander?» Das ist aussergewöhnlich. So präzise haben sie den Kuckuck noch nie gehört.

Sepp strahlt. Der Kuckuck im Kopf tanzt Samba. Die Waldspinne schwingt ihre Hüften, die vier paar Beine im Viervierteltakt. Sie kennt das Stück: «Batucada»,von Bebel Gilberto und sie fühlt sich wie eine Carioca."

In sein Handtuch gehüllt verpackt der Sepp das Ding in eine Kiste mit Hobelspähnen. Er nennt es «Kuckucks-Uhr» und denkt: «Das kommt bestimmt an.» Dann holt er sich Briefpapier und schreibt: «Aus Bewunderung für Ihre visionären Ideen und Ihre eindrucksvollen Produkte. Ihr Sepp.» Die Kiste schickt er an: Nicolas G. Hayek, Uhr-Macher, Schweiz.

Zur Sicherheit bringt er noch seine Telefonnummer an, +1 646-552-5917, falls Herr Hayek anrufen möchte. Er hätte ja noch ganz andere Ideen für ihn in seinem Kopf.

Fahrt zur Hölle

the_swiss_67_hell.jpg

Trafalgar Square. Es ist lange nach Mitternacht.

Der Regen peitscht Sepp ins Gesicht und zwingt ihn, die Augen zuzukneifen. Er sucht Schutz unter einem Baldachin. Da sieht er ihn, gross, schlank und drahtig. Ganz in Schwarz, das Gesicht hinter einem schwarzen Seidenhalstuch verdeckt.

Sepp schaudert es. Trotzdem spricht er ihn an.

«Wo ist der nächste Taxistand?» fragt er den Fremden. «Go to hell», kommt es kratzend hinter dem Halstuch hervor. «Wie bitte?» fragt Sepp. «Go to hell», krächzt der Fremde und zeigt in Richtung Osten.

Sepp denkt nur eines: «Weg hier» Nach langem Suchen erreicht er endlich sein Hotel. Bald steht er unter der Dusche und wäscht sich den Schrecken von der Haut. Später, nach den Nachrichten, liegt er im Bett und denkt über dieses «Go to hell» nach.

Beim Frühstück hat er den Entschluss gefasst.

«Ein Ticket to Hell und retour, bitte»,
sagt er zur Reisebüroverkäuferin. «Sorry, wir haben keine Tickets mit Rückfahrt. Es gibt nur Hinfahrten.» Sepp lehnt lässig am Schalter und reagiert so, wie er in solch harmlosen Situationen immer reagiert: «Okay, aber erste Klasse bitte.»

Jetzt steht er im Wartezimmer zur Hölle. Starker Schwefelgeruch füllt den Raum, Russ klebt an den Wänden. Es riecht nach verbrannter Haut. Die Hitze macht Sepp zu schaffen: «Wird da grilliert?», stupft ihn ein Gedanke.

Plötzlich wird er von hinten gepackt. Zwei Unsichtbare führen ihn durch einen langen Gang. Er hört Schreie und höllisches Gelächter aus den anliegenden Räumen. Eine Flügeltüre wird aufgestossen. Sepp fliegt nach vorne und fällt zu Boden. Sein Koffer landet vor schwarzen Füssen. Die gehören dem Ungeheuer, welches auf Sepps Koffer starrt.

Es grinst und zeigt seine schwarz polierten Zähne. «Hey, du mutiger Schweizer, das ist mir noch nie passiert.» Sein Lachen donnert durch die grosse Halle, seine Atemluft lässt die Schatten der Höllenflammen noch wilder auf den Wänden des Thronsaals tanzen. «Was hast du zu bieten?»

Sepp findet seine Frechheit zurück und erinnert sich an Gions Bündnerkäse, Jacques Fendant und an Giovannis Brot aus dem Centovalli. All das liegt im Koffer. «Zum Glück ist es ein Samsonite», denkt er, «da drin geht nichts kaputt.»

«Es Fondue» sagt er zum Ungeheuer: «Figugegel sagen wir dazu.» Jetzt lächelt er wie ein raffinierter Banker. Der Teufel tappt in die Falle und befiehlt: «Zeigs mir!»
Sepp mit einem vielversprechenden Lächeln: «Überlass mir die Küche, und du wirst es erleben.»

Sepp trägt den Koffer in die Küche und scheucht das Personal hinaus. Jetzt tut er das, was jeder gute Schweizer einmal im Winter tut: Fondue kochen.

Eine halbe Stunde später sitzt er mit Luzifer, so nennt sich der Hässliche, beim Fondue. Diesem gefällt die zweizackige Gabel und er geniesst das Aufspiessen des Brotes. Der Fendant macht ihn schläfrig, der Käse träge.

Sepp ergreift cool seine Chance: «Das kannst du jeden Tag haben, wenn du willst.» Er weiss, niemand sagt nein zu seinem Fondue. «Gut, mein mutiger Schweizer, wo hast du den Käse?», will Luzifer wissen. Sepp schaut ihm unschuldig in die Augen: «Eure Hoheit, auf der Alp, kühl gelagert. Ich muss ihn dort holen. Besorgt mir ein Ticket Schweiz retour und euer Traum geht in Erfüllung.»
«OK», willigt Luzifer ein und lässt dem Sepp ein Ticket ausstellen.

Drei Wochen später erwischt es Sepp mit einem Hexenschuss. Exakt zum gleichen Zeitpunkt, als Luzifer erkennt, dass ihm dieser Schweizer einen schönen Käse erzählt hat.

Taxi nach Marrakesch

Desert.jpg

Sepp löscht das Licht, und schon geht's los.

Er träumt, Muhammad, der Stammesfürst der Tuaregs, habe ihm einen Tagelmust geschenkt - den blauen Baumwollschleier, der sein Gesicht vor Wind und Wetter schützen wird. Und einen Dolch mit Silbergriff, verziert mit rotem Achat und Ebenholz.

Muhammad nimmt Sepp ein letztes Mal zur Seite und flüstert ihm etwas zu. Sepp weiss jetzt, er wird den Dolch brauchen können. Die Zeiten sind rauh und das Wetter unbarmherzig. Er muss seinen Plan einhalten und am nächsten Abend in Marrakesch ankommen. Mit der neuen Swatch wird er sicher pünktlich sein. Die beiden umarmen sich, Sepp nimmt sein Bündel verlässt das Zelt.

Da steht Ali, Muhammads Sohn. Neben ihm erheben sich vier lange Beine.

«Oh!» sagt Sepp überrascht und folgt den geschwungenen Linien nach oben. Was Männer ja meistens tun in solchen Situationen. Aber was da auftaucht, erinnert ihn an den Kamelhaarpullover vom letzten Winter. Viel Wolle, blond und gekraust.

Seine Augen folgen dem etwas plumpen Körper. Ein kleiner Höcker taucht auf, ein gebogener Hals und ein Kopf mit einem grinsenden Maul. Ein Sujet, das ihm bekannt vorkommt: «Camel Filter», seine einstige Zigarettenmarke.

«Ist das meine Limousine nach Marrakesch?», denkt er. «Auf diesem Höcker? Da müsste doch eher eine Vertiefung rein.»

«Mein lieber Sohn», sagt eine warme, angenehme Stimme aus dem Nichts, dann langam und etwas zischend: «Pfusch mir nicht ins Handwerk, verstanden?» Sepp schluckt, dann nochmals, er blickt zum Himmel, dann zum Tier. «Was bin ich für ein Kamel! Dieser Gedanke mit der Delle war ja gegen den Tierschutz.»

Er wendet sich Ali zu und sagt «Welch schönes Tier du hast, lass mich aufsitzen bitte.» Muhammad steht beim Zelt und winkt ihm zu. «Pass auf, die Sonne brennt ungnädig, trink genügend Wasser und mach Pausen.»

Sepp ist schon eine Weile unterwegs, als er sich zu letzten Mal umblickt. Er sieht die Umrisse des schwarzen Zeltes, das sich in der flimmernden Glut aufzulösen scheint.

Die Stunden vergehen, Sepp fühlt sich schwach. Seine Augen nehmen einen verträumten Blick an und er fragt die Frau, die jetzt neben dem Kamel steht: «Meine Schönheit, wie heisst du?»

«Fata, Fata Morgana.»

Zweiter teil folgt

1001 Nacht

the_swiss_18.jpg

Ich bin Sepp aus der Schweiz.

«Ich habe auf deine Ankunft gewartet», sagt Fata, «du bist mir mit allem zuvorgekommen.» Sepp lächelt und nimmt sie bei der Hand. «Fata!» Dann zieht er vorsichtig etwas aus dem Reisebeutel: «Hier sind deine langersehnten Perlen.» Fata hält die Perlenkette fest in der Hand und lächelt Sepp dankbar an. «Das ist nichts Spezielles», sagt der Sepp etwas verlegen. «Ich hab sie von der Migros, für nur Fr. 29.90.»

Die Sonne scheint flach auf die beiden, ihre Schatten dehnen sich in Richtung der grossen Düne aus.

Sepp schaut verträumt hin und meint: «Wie dumm, ich habe meine Kamera vergessen. Das gäbe ein schönes Kalenderbild.»

Fata legt die Kette um ihren edlen Hals. Dann berührt sie sanft Sepps Schultern und haucht: «Nur du kannst so romantisch sein.»

Sepp geht durch einen biochemischen Prozess, der seine Sinne durcheinander bringt. Das zeigt sich fatalerweise als Schüchternheit: «Dieses Kreuz muss ich halt tragen.» Er schluckt und verschluckt sich beinahe. Der biochemische Prozess ist nicht zu stoppen. Dieser fährt wie ein Schnellzug durch seinen Körper. Im Gesicht angekommen hält er an, weil da alles rot ist.

«Willst du mein Prinz sein?» hört er Fata sagen.

Die Chemie wirkt. In den Achselhöhlen. «Oh, mein Deo!» Diese ihm unbekannten chemischen Substanzen treffen sich überall, fast wie ein Blind Date und richten ein Chaos an. In diesem Durcheinander kommt ihm der lebensrettende Gedanke. Zu spät!

Er hört Fata noch sagen: «Wir werden Kinder haben, zwei prächtige Söhne, richtige Männer wie du es bist.»

«Piip, Piip, Piip»

Der Wecker rettet ihn.